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Der Himmel auf dem Prüfstand |
| geschrieben von Admin | am Dienstag, 13. Januar 2004, 23:18 Uhr
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Universitätsprofessoren werden die Thesen von Thiele/Knorr kritisch hinterfragen
Als Gefälligkeitsgutachter sind sie völlig unverdächtig, gingen die Bochumer Professoren Wolfram Schlosser und Werner Bergmann schon in den 80er Jahren mit Prof. Heinz Kaminski ins Gericht, als der die Kirche von Wormbach untersuchte und seine Thesen veröffentlichte. Ganz sicher werden Sie auch am 27. Januar im Hertener Glashaus kein Blatt vor den Mund nehmen.
Die Stadtbibliothek "Glashaus" in Herten hat zu einer Diskussion über das im letzten Jahr erschienene Buch "Der Himmel ist unter uns" eingeladen. Der Astronom Schlosser und der Historiker Bergmann folgten der Einladung ebenso gern wie die Autoren Thiele und Knorr. Bereits im Vorfeld haben die Professoren an der Ruhr-Universität Bochum bereits durchsickern lassen, dass sie durchaus kritische Anmerkungen zum Buch haben.
So ließ der Mediävist Bergmann in einem Gespräch mit der Redaktion erkennen, dass die historische Grundlage nicht so einwandfrei sei, wie die Autoren es darstellen. Es sei unrichtig, Karl dem Großen die "gesamte Christianisierung" zuzuschreiben. Christianisierungseffekte seien seit dem 7. Jahrhundert u.a. durch Kunibert von Köln und Bonifazius bekannt. Auch die Patrozinien deuten auf erhebliche Aktivitäten in der Merowingerzeit.
Ob und in wie weit diese Überlegungen die Theorie des "Himmels unter uns" kippen können, lässt Bergmann vorerst unbeantwortet.
Der Astronom Schlosser steht nach wie vor zu den Aussagen, die er bereits der Redaktion mitgeteilt hat. Auch heute halte er die Grundlage der Arbeit für seriös. Allerdings will er den Autoren noch nicht bis ans Ende ihrer Interpretationen folgen, da die Kirchenstandorte zu sehr Distanz wahrend seien. Ist dies ein KO-Kriterium für die Theorie?
Thiele und Knorr freuen sich auf die Diskussion und sind sicher, den einen oder anderen Einwand entkräften zu können: "Unser Buch war immer eine Einladung zur Diskussioin - und der werden wir uns stellen", erläutert Wolfgang Thiele seine Einstellung: "Wenn uns in dem einen oder anderen Punkt ein Fehler nachgewiesen sein sollte, dann sind wir die ersten, die an dieser Stelle nachbessern werden. Allerdings, bis heute ist noch kein Argument aufgetaucht, das die Thesenauch nur ansatzweise zum Kippen bringt!"
An der Diskussion im Glashaus beteiligen sich:
Prof. Dr. rer. nat. Wolfhard Schlosser
Astronom
Fakultät für Physik und Astronomie an der Ruhr-Universität Bochum
Arbeitsschwerpunkt: Archäoastronomie
Über viele Jahre hat sich Schlosser mit zahlreichen Publikationen eine Namen nicht nur in Deutschland, sondern in der internationalen archäoastronomischen Szene gemacht. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er als Gutachter der Sternscheibe von Nebra und des ältesten Sonnenobservatoriums Europas in Goseck bekannt.
Prof. Dr. phil. Werner Bergmann
Historiker
Fakultät für Geschichtswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum
Arbeitsschwerpunkte: Merowinger, frühes Mittelalter
Aktuell hat Bergmann eine Arbeit über die "Tegernseer Briefsammlung" vorgelegt, eine Sammlung des Klosters Tegernsee, in denen sich die Vorbereitungen für den "Frieden von Venedig" zwischen Friedrich I. und Papst Alexander III. spiegeln.
monumenta germaniae historica
Die Veranstaltung wird moderiert von Friedrich Nölle.
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