Archiv der Korallenforschung 


Forscherporträts
Deutschsprachiger Raum



 

Waldemar WEISSERMEL
* 07. Juli 1870 in Groß-Kruschin/Westpreussen
† 28. Dezember 1943 in Berlin



WALDEMAR WEISSERMEL wurde als der jüngste von 6  Söhnen des Gutsbesitzers OTTO WEISSERMEL und seiner Ehefrau OTTILIE geb. DOPATKA, am 7. Juli 1870 in Groß-Kruschin bei Thorn in Westpreußen geboren.

Groß-Kruschin gehörte zum Kreis Strasburg und hieß von 1940-1945 Großkrossen. Der gegenwärtige polnische Name ist Krusziny. Der Ort gehört zur Woiwodschaft Thorn (heute Torun). Ab dem 01.01.1999 wird es wieder einen Kreis Strasburg (heute Brodnica) geben, der nun zur Woiwodschaft Bromberg (heute Bydgoszcz) gehört (freundliche Mitteilung vom 3.11.1998 von Herrn H.-J. SCHUCH, stellvertr. Vors. der ERIK-VON-WITZLEBEN-STIFTUNG zur Pflege altpreussischer Kultur).

Die Familie WEISSERMEL war im südlichen Westpreußen sehr angesehen. Das Gut wurde intensiv und mit Erfolg bewirtschaftet. Es war bis zuletzt und damit 150 Jahre in Familienbesitz. Bei einer Größe von 557 ha gehörten vor dem Ersten Weltkrieg zu dem Gut 100 Pferde und 250 Stück Rindvieh (ebenfalls freundliche Mitteilung von  Herrn H.-J. SCHUCH).
Nach Beendigung seiner Schulzeit begann WALDEMAR WEISSERMEL ein Studium der Zoologie in Heidelberg, wechselte nach dem 1. Semester nach Marburg, wo er unter EMANUEL KAYSER das Studium der Geologie aufnahm. Es folgten Stationen in Berlin und Königsberg. Dort legte er unter  ERNST KOKEN im März 1892 sein Doktorexamen mit einer Dissertation  über „Die Korallen der Silurgeschiebe Ostpreußens und des östlichen Westpreußens“ mit summa cum laude ab.
Nach mehreren Assistentenjahren an den geologischen Instituten der Universitäten Königsberg, München und Tübingen trat er 1898 als Hilfsgeologe bei der Preußischen Geologischen Landesanstalt  in Berlin ein. 1901 heiratete WEISSERMEL die Tochter des Gymnasialdirektors SCOTLAND in Strasburg. Aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor.
1904 wurde WEISSERMEL zum Bezirksgeologen und 1911 zum Landesgeologen ernannt.  Ab 1927 unterstanden ihm als Abteilungsdirektor die Sammlungen in der Preußischen Geologischen Landesanstalt.
Während des ersten Weltkrieges war er im Heeresdienst als Reserveoffizier in Küstrin und Neudamm in der Neumark tätig.
Aufgrund der politischen Entwicklungen zu Beginn des Dritten Reiches, insbesondere bedingt durch die Personalpolitik in der Preußischen Geologischen Landesanstalt, schied WEISSERMEL auf eigenen Wunsch 1934 aus dem Dienst aus. Die folgenden Jahre widmete er sich, unbehindert durch admininstrative Aufgaben, seinen wissenschaftlichen Interessen.
Eine ernste Erkrankung während eines Erholungsaufenthaltes in seiner westpreußischen Heimat zwang ihn zur Rückkehr nach Berlin. Auf der Reise dorthin erlitt WEISSERMEL einen Schlaganfall. Die Zerstörung seiner Wohnung - dabei ging auch seine wertvolle und umfangreiche Bibliothek verloren -  führte zur Evakuierung nach Eberswalde, wo er am 28. Dezember 1943 verstarb. Beigesetzt wurde WEISSERMEL in seiner von ihm so sehr geliebten Heimat.

Die folgende Würdigung der Korallenarbeiten Weissermels durch Prof. Dr. O.H. SCHINDEWOLF, Tübingen, ist dem Nachruf von O. SEITZ entnommen.
„Das weitreichende und vielseitige Interesse an der paläontologischen Wissenschaft ließ in zeitlebens nicht los. Dennoch hat er sich in seinen wissenschaftlichen Arbeiten fast ausschließlich auf die fossilen Korallen beschränkt. Er tat dies ganz bewußt in der wiederholt von ihm vertretenen Überzeugung, die Korallen in ihrer starken Variabilität und Abhängigkeit vom Standort seien eine derart schwierig zu behandelnde Gruppe, daß sie die ganze Kraft und ungeteilte Aufmerksamkeit eines Spezialforschers erfordern. Seine erste sowohl wie seine letzte Veröffentlichung ist den fossilen Korallen gewidmet, und zwischen diesen liegen rund 20 Arbeiten, die sich ebenfalls mit diesen Formen, insbesondere den paläozoischen Vertretern befassen. Alle diese Abhandlungen legen Zeugnis ab von der bedächtigen, sorgfältigen Arbeitsweise ihres Verfassers; sie sind die reifen Früchte eingehender Beobachtung, reicher Erfahrung und kritischen Urteils. Sie haben ihrem Verfasser eine führende Stellung in der Korallen-Paläontologie gesichert; sein Name hatte guten Klang im Kreise der Korallen-Spezialisten und wird ihn auch weiterhin behalten.
In seiner von E. KOKEN veranlaßten Doktorarbeit (1894) behandelte WEISSERMEL die Korallen der ostdeutschen Silurgeschiebe und lieferte damit einen wertvollen Baustein zu einer Monographie der reichen Korallenfaunen des baltischen Ordoviziums und Gotlandiums. Schon hier sind die Vorzüge aller seiner späteren Arbeiten, das feinentwickelte Formgefühl und die große Sorgfalt seiner Beschreibungen, deutlich sichtbar. Wohl haben später manche seiner Bestimmungen verfeinert und abgeändert werden müssen, doch spricht das natürlich in keiner Weise gegen den grundlegenden Charakter schon dieser Erstlingsarbeit.
Wenige Jahre danach (1897) hat WEISSERMEL eine Spezialbearbeitung mehrerer Tabulaten-Gattungen auf Grund eingehender Untersuchungen der Knospungsvorgänge veröffentlicht. Im gleichen Jahre legte er im Anschluß an seine Dissertation eine ergänzende und revidierende Darstellung der Gattung Columnaria vor. Sie ist u.a. dadurch bemerkenswert, daß hier erstmalig eine ”paläobiologische” Betrachtungsweise eingeführt ist: der Versuch, die Entstehung der bilateralen Septen-Anordnung bei den Pterokorallen durch den Einfluß der Strömungs- und Ernährungsweise zu klären. In einer kurz danach (1898) erschienenen Arbeit wird die Frage geprüft ”Sind die Tabulaten die Vorläufer der Alcyonarier?”. WEISSERMEL gelangt mit Recht und guten Gründen zu einer Verneinung.
Zeitlich folgen dann einige Bearbeitungen mesozoischer und känozoischer Korallen aus dem ehemals deutschen Ost- und Südwest-Afrika (1900, 1913, 1926), die als Beiträge zu verschiedenen Sammelwerken erschienen sind. Von besonderem Werte ist in der einen von ihnen (1913) die umfassende Erörterung der postpaläozoischen  Tabulaten. Zwei Arbeiten über die ”Korallen des deutschen Muschelkalks” (1925, 1928) stellen zusammengenommen eine wohl nahezu vollständige Monographie der Korallenfauna aus der germanischen Muschelkalkfazies dar. Einige der hier beschriebenen Formen werden als Vertreter der Pterokoralllen gedeutet, die aus dem Paläozoikum in die Trias-Formation hineinragen sollen.
Eine überaus fruchtbare Tätigkeit entfaltete WEISSERMEL sodann in seinem letzten  Lebensjahrzehnt; zunehmende Entlastung von dienstlichen Verpflichtungen und schließlich seine Pensionierung ließen ihm Muße, sich ausschließlich seinem Lieblingsgebiet zu widmen. In rascher Folge erschienen Abhandlungen über die Korallen aus dem Karbon von Thüringen (1935) und Nordspanien (1935), aus dem Altpaläozoikum von Chios (1938), von der Prinzeninsel Antirovitha und aus Bithynien (1939). Eine Folge von drei Arbeiten (1939, 1941, 1943) beschreibt reiche, aber vielfach ungenügend erhaltene und daher schwierig zu deutende Korallenfaunen aus dem thüringischen Devon; eine weitere Studie (1941) befaßt sich mit einigen Favositen des rheinischen Devons. Zahlreiche neue Arten und auch einige neue Gattungen sind in diesen Arbeiten aufgestellt, obwohl WEISSERMEL sich bei der Errichtung von Gattungen größter Zurückhaltung befleißigte, in wohltuendem Gegensatz zu der heute herrschenden Modeströmung weitestgehender Aufsplitterung.
Auch zu allgemeinen Fragen der Korallen-Paläontologie hat WEISSERMEL in mehreren Vortragsberichten Stellung genommen. 1927 erschienen seine Darlegungen über "Die Umbildung der Rugosen in Hexakorallen". Er gelangt hier zu der Feststellung, daß die  "Hexakorallen"  sich aus den Pterokorallen entwickelt haben, und zwar speziell aus der permischen Plerophyllum-Polycoelia-Gruppe. Als Grund für die rasche Umgestaltung  der Korallenwelt  an der Wende vom Paläozoikum zum Mesozoikum werden geologische Umwälzungen angesehen, welche die paläozoischen Riffkorallen vernichteten. Die neue, veränderte Riff-Fauna entstand alsdann aus den in anderen Faziesbereichen verbreiteten Einzelkorallen, die sich umwandelten und eine abweichende Lebensweise annahmen.
Ein Aufsatz, betitelt "Aus der Form- und Stammesgeschichte der Korallen" (1936), gibt einen  meisterhaften Überblick über die Gesamtpaläontologie der Korallen. Auf Grund der reichen Erfahrungen seiner jahrzehntelangen Forschungen schildert der Verfasser die Faunen der einzelnen Zeitabschnitte, den Formenwandel, die Entfaltungsrichtungen, die stammesge- schichtlichen Zusammenhänge und biologischem Beziehungen. In einer kleinen, aber wichtigen Arbeit "Über die Artabgrenzung bei paläozoischen Korallen" (1936) erhebt WEISSERMEL seine warnende Stimme gegen die immer mehr einreißende uferlose Artzersplitterung: Es dürfe nicht vergessen werden, daß die Korallen wie alle sessilen Organismen eine beträchtliche Variabilität der äußeren Gestalt zeigen. Die verschiedenen Wuchsformen können daher höchstens als Unterarten, niemals aber als selbständige Arten behandelt werden.
Außer durch seine Originalarbeiten hat WEISSERMEL sich ferner große Verdienste durch seine kritischen Referate sowie durch seine Sammelberichte über die Korallenliteratur in den "Fortschritten der Paläontologie" erworben. Wiederholt sind Gattungen nach ihm benannt worden: Weissermeliceras BUCKMAN, Weissermelia LANG, SMITH & THOMAS und Subgenus Weissermelia SCHINDEWOLF, das leider wegen Homonymie mit dem zuvor genannten, kurz vorher aufgestellten Gattungsnamen umbenannt werden mußte. Darin kommt wenigstens zu einem kleinen, äußerlichen Teile die Wertschätzung zum Ausdruck, deren der Paläontologe und namhafte Korallenforscher W. WEISSERMEL sich bei seinen Fachgenossen erfreute“.
Diese Würdigung seitens SCHINDEWOLF´s ist umso ehrenvoller, wenn man berücksichtigt, daß beide Forscher z.T. sehr kontrovers ihre Vorstellungen beispielsweise zur Frage der Beurteilung der morphologischen Merkmale bei fossilen Korallen im Zusammenhang mit phylogenetischen Fragestellungen ausgetragen haben. Dies geht überaus deutlich aus einer Gegendarstellung SCHINDEWOLF´s (1943) zur Beurteilung seiner Publikation „Zur Kenntnis der Polycoelien und Plerophyllen“ durch WEISSERMEL hervor. – Hier muß aber die Zeit bedacht werden, in der die Diskussion stattfand ebenso wie der Kenntnisstand in der Korallenforschung. Und wenn SCHINDEWOLF (1943) die von ihm entdeckte lamelläre Mikrostruktur der Septen  bei den Polycoelien und Plerophyllen in die Diskussion einbringt, so kann aus heutiger Sicht dieses Argument auch keinen Bestand mehr haben. Diese Strukturen haben sich als diagenetische Veränderungen der Skelette erwiesen (OEKENTORP, 1980), eine Erkenntnis, der SCHINDEWOLF noch selbst zustimmte. Auch die offensichtlich kriegsbedingten Probleme der Präparation sollten nicht außer Acht gelassen werden. So ist beispielsweise das Material zu seinen Publikationen über die thüringischen Korallen (1939/1943) weitgehend verpräpariert (freundliche Mitteilung von Dr. D. WEYER, Berlin/1985).
Nur ein einziges Mal hat sich WEISSERMEL mit einer anderen Tiergruppe auseinandergesetzt, mit den Quenstedtoceraten aus ostpreußischen Geschieben. Die Untersuchung entstand während seiner Asistentenzeit in Königsberg auf Anregung KOKEN´s. Dabei versuchte er über ontogenetische Beobachtungen die Beziehungen zu Stephanoceras, Cadoceras und Cardioceras zu klären.
Die zahlreichen geologisch orientierten Arbeiten wurden induziert durch seine Tätigkeit bei der Preußischen Geologischen Landesanstalt. Sie machten ihn zu einem bekannten Quartär-/Tertiär-Fachmann. Hierzu sei aus der berufeneren Feder von O. SEITZ zitiert.
„Nach seinem Eintritt bei der Preußischen Geologischen Landesanstalt begann er unter Anleitung von  WAHNSCHAFFE mit der geologischen Aufnahme von 5 Meßtischblättern im Flachlande des Kreises Westprignitz der Provinz Brandenburg. Dann bearbeitete er 5 Blätter in der Umgebung von Halle und 5 Blätter im Bereiche von Quedlinburg und Aschersleben in der Provinz Sachsen und schließlich im östlichen Westfalen das Blatt Brakel.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Kartierung hat WEISSERMEL in einer Reihe von Arbeiten bekanntgegeben. Besonders zu nennen ist hierbei eine reiche Abhandlung (1930) über das Diluvium in der subherzynen Mulde, dessen Entstehungsbedingungen er mit dem Diluvium der Saale und Weser vergleicht. Ferner sind seine Arbeiten über die Braunkohlenbildung (1923, 1924 und 1930) hervorzuheben. Während er für die Entstehung des niederrheinischen Braunkohlenreviers tektonische Senkungen als Ursache anerkennt, lehnt er sowohl diese Erklärung als auch die Möglichkeit von Salzauslaugung für den mitteldeutschen Raum ab. So blieb ihm nur die Annahme einer Vermoorung präexistierender tiefer Hohlräume übrig, eine Vorstellung, die allerdings keine allgemeine Anerkennung gefunden hat.
Das umfangreiche Verzeichnis seiner Veröffentlichungen läßt nur zum Teil seine vielseitigen Interessen auf fast allen Gebieten der Naturwissenschaften erkennen. WEISSERMEL war Mitglied vieler wissenschaftlicher Vereine wie zum Beispiel der Deutschen Geologischen Gesellschaft, der Geologischen Vereinigung, des Oberrheinischen Geologischen Vereins, der Paläontologischen Gesellschaft, der Gesellschaft Naturforschender Freunde Berlins, der Gesellschaft für Erdkunde, der Physikalisch-Ökonomischen Gesellschaft, des Geologisch-Botanischen Vereins u. a. Seine Zeit war mit intensiver Arbeit angefüllt, mit Kartieren, mit Vorlesungen  an der  Bergakademie bzw. später an der Bergbauabteilung der Technischen Hochschule Berlins, mit wissenschaftlichen Arbeiten, mit amtlichen Gutachten, mit Redaktionsarbeiten für das Jahrbuch der Preußischen Geologischen Landesanstalt und mit anderen Verwaltungsaufgaben. Dies hinderte ihn aber nicht, an einem regen geselligen Leben im Kreise seiner Kollegen teilzunehmen, wo er sich dank seines gütigen Humors großer Beliebtheit erfreute“.
WEISSERMEL war seiner ostpreußischen Heimat zeitlebens zutiefst verbunden. Daraus erklärt sich seine konservative und tief religiöse Lebensauffassung und monarchistische Überzeugung. Die Entwicklung in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg zog ihn – wie viele andere Deutsche der damaligen Zeit - zunächst in den Bann Hitlers. Die sich abzeichnenden Entwicklungen – erkennbar an der Personalpolitik in der Preußischen Geologischen Landesanstalt  - veranlaßten ihn dann aber konsequenterweise, seinen Abschied einzureichen.  Der Entschluß, seine langjährige Wirkungsstätte zu verlassen, muß ihm nicht leicht gefallen sein.
„WALDEMAR WEISSERMEL war ein Gelehrter von hervorragendem Ruf, ein Mann von unwandelbarer Lauterkeit des Charakters und der Gesinnung“.
Diese ehrenvollen Würdigung durch O. SEITZ wird durch Prof. Dr. ALEXANDER VON SCHOUPPÉ, dem derzeitigen Nestor der Korallenforschung in Deutschland voll und ganz bestätigt. Prof. VON SCHOUPPÉ ist Zeitzeuge. Er hat W. WEISSERMEL noch persönlich vor dem Zweiten Weltkrieg kennengelernt und ihn mehrfach in Berlin besucht. Er erinnert sich stets dankbar an die liebevolle Aufnahme, die regen Diskussionen und die große Hilfsbereitschaft, die WEISSERMEL ihm als wissenschaftlichen Anfänger entgegenbrachte.

  28.12.1998 - Oekentorp

Verzeichnis der Schriften
 von
WALDEMAR WEISSERMEL

1894
Die Korallen der Silurgeschiebe Ostpreußens und des östlichen Westpreußens. – Dissertation; Königsberg.
Die Korallen der Silurgeschiebe Ostpreußens und des östlichen Westpreußens [wenig veränderte Fassung der Dissertation]. -- Z. deutsch. geol. Ges., 46: 580--674, 7 Taf.; Berlin.
 

1895
Beitrag zur Kenntnis der Gattung Quenstedticeras. -- Z. deutsch. geol. Ges., 47: 307-330, 3 Taf.; Berlin.
 

1897
Die Gattung Roemeria M. E. und H. und die Beziehungen zwischen Favosites und Syringopora. -- Z. deutsch. geol. Ges., 49: 368-383, 1 Taf.; Berlin.
Die Gattung Columnaria und Beiträge zur Stammesgeschichte der Cyathophylliden und Zaphrentiden. -- Z. deutsch. geol. Ges., 49: 865-888, Berlin.

1898
Sind die Tabulaten die Vorläufer der Alcyonarier? -- Z. deutsch. geol. Ges., 50, 54-78; Berlin.
Bericht über die Aufnahmen von Blatt Schnakenburg. -- Jb. Kgl. preuß. geol.  L.-A., 19: CLXVIII-CLXXIV, Berlin.

1899
Bericht über die Aufnahmen von Blatt Rambow 1899. --  Jb. Kgl. preuß. geol.  L.-A.,  20: XCV-C, Berlin.

1900
Bericht über Aufnahmen auf den Blättern Grabow, Balow und Karstädt. --- Jb. Kgl. preuß. geol.  L.-A.,, 21: LV-LXIII, Berlin.
Mesozoishe und Kaenozoische Korallen aus Deutsch-Ostafrika. - In: BORNIHARDT. Zur Geologie der 0berflächengestaltung Deutsch-Ostafrikas: 1-18, 2 Taf.; Berlin.

1902
Über Paludina in Westpreußen.  Diskussion zum Vortrag: WAHNSCHAFFE: Über die Auffindung der Paludinenbank usw. – Z. deutsch. geol. Ges., 54: S. 4; Berlin.

1906
Zur Biologie und Organisation der Cephalopoden. – Z. deutsch. Geol. Ges., 54: 99-100; Berlin.
Zusammen mit SIEGERT: Die Gliederung des Diluviums zwischen Halle und Weißenfels. -- Z. deutsch. geol. Ges., 58: 32-49, 1 Taf.; Berlin.

1907
Die (ältere) Braunkohlenformation im westlichenTeil des Regierungsbezirkes Merseburg und in den Thüringischen Staaten. – In: KLEIN: Handbuch für den deutshen Braunkohlentagebau, S. 125-142; Halle a. S. -  Zweite veränderte Auflage S. 146 bis 164; Halle, a. S. 1912. - Dritte veränderte Auflage, 1: 172-190; Halle a. S. 1924.

1909
Über Exkursion auf den Blättern Weißenfels und Merseburg-West. - Aus: Bericht über die Begehungen der diluvialen Ablagerungen an der Saale usw. -- Jb. preuß. geol. L.-A., 30 (2): 30-38; Berlin.

1910
Bericht über die Ergebnisse der Aufnahmen auf den Blättern Aschersleben und Ballenstedt und den anhaltischen Teil des Blattes Quedlinburg. -- Jb. preuß. geol. L.-A., 31 (11):  550-553; Berlin.

1911
gemeinsam mit SIEGERT.  Das Diluvium zwischen Halle a. S. und Weißenfels. -- Abh.  Kgl. preuß. geol.  L.-A., N. F., 60: 1-350, 1 Taf.; Berlin.

1912
Bericht über die Aufnahmeergebnisse von Blatt Ballenstedt. -- Jb.  Kgl. preuß. geol.  L.-A., 33 (2): 510-511; Berlin.

1913
Tabulaten und Hydrozoen. - In: BÖHM &  WEISSERMEL: Über tertiäre Versteinerungen von den Bogenfelser Diamantfeldern. -- Beitr. geol.  Erforsch. deutsch.  Schutzgeb., 5: 84-111, 2 Taf.; Berlin.
Über Oser bei Halle. -- Diskussion zum Vortrage: PHILLIPP. Über Oser. -- Z. deutsch. geol.  Ges., 65.(P): 460; Berlin.

1914
Geologische Exkursion in das östliche Harzvorland (Nachterstedt, Ermsleben, Ballenstedt). -- In: Führer zu den Exkursionen d. deutsch. geol.  Ges. im August 1914. --  Sonderabdruck Jber. niedersächs. geol.  Vereins, S. 79-88;Hannover.

1920
ZurLößfrage.  Diskussion zum Vortrage: KEILHACK: Das Rätsel der Lößbildung. -- Z. deutsch. geol.  Ges., 72 (Sitz.-Ber.): 161-164; Berlin.

1923
Zur Genese des deutschen Braunkohlentertiärs, besonders der mitteldeutschen Älteren Braunkohlenformation. Z. deutsch. geol.  Ges., 75: 14-45; Berlin.

1925
Die Korallen des deutschen Muschelkalkes. 1. Unterer Muschelkalk. -- Jb. preuß. geol.  L.-A., 46: l-33, 2 Taf.; Berlin.

1926
Neues über Tabulaten, Hydrozoen und eine Hexakoralle aus dem Tertiär der Bogenfelser Diamantfelder.  -- In: KAISER, E.: Die Diamantenwüste Südwestafrikas. - II: 88-106, 4 Taf.; Berlin.
gemeinsam mit PICARD: Die Deckschichten des Rabutzer Beckentons. - Z. deutsch. geol.  Ges., 78: 141-150; Berlin.

1927
Die Umbildung der Rugosen in Hexakorallen. - S.-Ber. preuß. geol.  L.-A., Heft 2: 1-17; Berlin.
Neues über Tabulaten, Hydrozoen und eine Hexakoralle aus dem Tertiär der Bogenfelser Diamantfelder. – In: KAYSER, E.; Die Diamantwüste Südwestafrikas, Bd. 2: S. 88.

1928
Die Korallen des deutschen Muschelkalkes 11, Oberer Muschelkalk. -- Jb. preuß. geol.  L.-A.,
49: 224-238, 2 Taf.; Berlin.
ab 1926 (herausgegeben von der preuß. Akad. Wiss.)
Anthozoa fossilia. - In: Nomenclator animalium generum et subgenerum.  Herausgegeben preuß.  Akad.  Wiss.; Berlin .

1929
gemeinsam mit PICARD: Nochmals die Deckschichten des Rabutzer Beckentons. - Z. deutsch. geol.  Ges., 81: 410-414; Berlin.
Paläontologie und Vererbugsforsbhung (Diskussion zu den Vorträgen WEIDENREICH und FEDERLEY). -- Paläont.  Z., 11: 311, 312; Stuttgart.

1930
Zur Stratigraphie und Tektonik des östlichen Teiles der Subherzynen Mulde und ihrer nordöstlichen Nachbargebiete. - I. Das Diluvium und seine Stellung im norddeutschen Gesamtdiluvium.  -- Abh. preuß. geol.  L.-A, N. F., 125: 93 S., 4 Taf.; Berlin.
Zum 100.  Geburtstag von CARL OCHSENIUS. -- Z. deutsch. Geol. Ges., 82: 229-236; Berlin.
Zur Geologie des Geiseltales bei Merseburg mit besonderer Berücksichtigung der Braunkohle. – Z. deutsch. geol. Ges., 82: 257-291, 2 Taf.; Berlin.
Die geologischen Bedingungen der Braunkohlenbildung. – Z. deutsch. geol. Ges., 82: 433-444, 1 Taf.; Berlin.
Zur Entstehung des Geiseltaltertiärs. – (Debatte zum Vortrag HERMANN: Salzauslaugung und Braunkohlenbildung im Geiseltalgebiet bei  Merseburg). -- Z. deutsch. geol. Ges., 82: 534; Berlin.
Die Bedeutung naturwissenschaftlicher Museen. – (Debatte zum Vortrag DREVERMANN: Der Sinn der Museen). – Paläont. Z., 12 (3/4): 162-163; Stuttgart.

1931
Die Museen und Sammlungen der Geologischen Landesanstalt. --. Sitz.-Ber. Preuß. geol. L.-A., 6: 24-30; Berlin.
OCIISENIUS und die Hebungstheorie. – In: CARL OCHSENIUS, der Forscher und Mensch. – Ber. Naturwiss.  Ges. Chemnitz, 6 S.; Chemnitz.
Das Alter des mitteldeutschen Lößes. – (Debatte zum Vortrag BREDDIN: Flußterrassen und Löße am Niederrhein). -- Z. deutsch. geol. Ges., 83: 660; Berlin.

1932
gemeinsam mit GRUPE, DAHLGRÜN und SCHRIEL: Zum Problem des Harzranddiluviums. -- Z. deutsch. geol. Ges., 84: 1173-189; Berlin.
Ein Fall von rezenter Schwefelkiesbildung. -- Z. deutsch. geol. Ges., 84: 573; Berlin.

1935
Über ein Kieselgestein mit Lithostrotion junceum aus Thüringen. -- Z. deutsch. geol. Ges., 87: 115-119, 2 Taf.; Berlin.
Zwei Korallen aus dem Karbon Nordspaniens. -- Z. deutsch. geol. Ges., 87: 274-278, 1 Taf.; Berlin.

1936
Aus der Form- und Stammesgeschichte der Korallen. -- Sitz.-Ber. Ges. naturforsch. Freunde: 219-244; Berlin.
Über die Artabgrenzung bei paläozoischen Korallen. -- Paläont. Z., 19: 4-10; Stuttgart..

1937
Cölenterata. -- Fortschr. Paläont., 1: 84-96; Berlin.

1938
Eine altpaläozoische Korallenfauna von Chios. -- Z. deutsch. geol. Ges., 90: 65-74, 1 Taf.; Berlin.
Die Korallen des thüringischen Devons. 1. Korallen aus dem Oberdevon im westlichen Schiefergebirge Thüringens. – Jb. Preuß. geol. L.-A., 59: 355-369, 1 Taf.; Berlin.

1939
Neue Beiträge zur Kenntnis der Geologie, Paläontologie und Petrographie der Umgegend von Konstantinopel. 3. Obersilurische und devonische Korallen, Stromatoporen und Treptostome von der Prinzeninsel Antirovitha und aus Bithynien. – Abh. Preuß. geol. L.-A., N.F., 190: 1-131, 15 Taf.; Berlin.
Cölenterata. -- Fortschr. Paläont., 2: 93-105; Berlin.
PAUL DIENST †. – Jb. Reichsst. Bodenforsch., 60: xx-xxv, 1 Taf. (Porträt); Berlin (1941).

1940
CARL OCHSENIUS †. –In: „Lebensbilder aus Kurhessen und Waldeck“, II: 281-290, 1 Taf. (Porträt).
 Vorlage eines neuen Stammbaumes der Wirbeltiere von Prof. Frh. von HUENE in Tübingen und Gedanken über die Entwicklung. -.- S.-Ber. Ges. naturforsch. Freunde: 243-246; Berlin.
Über Konvergenzen bei Korallen. (Debatte zum Vortrag SCHINDEWOLF). – Z. dt. geol. Ges., 92: 199-201; Berlin.

1941
Korallen aus dem Unterdevon des östlichen und westlichen Schiefergebirges Thüringens. (Die Korallen des thüringischen Devons 2). -- Z. deutsch. geol. Ges., 93: 163-212, 3 Taf.; Berlin.
Favositen aus schieferigem Mittel- und Unterdevon im Rheinischen Schiefergebirge. --  Senckenbergiana 23: 177-182, Frankfurt a.M..

1943
Korallen aus meist kalkigem Oberdevon Ost-Thüringens  (Korallen aus dem thüringischen Devon Ill.  Teil). -- Z. deutsch. geol. Ges., 95: 1-11, 1 Taf.; Berlin.
Korallen von der Silur-Devon-Grenze aus West- und Mitteldeutschland. -- Z. deutsch. geol. Ges., 95: 13-32, 2 Taf.; Berlin.
Rezension der Publikation SCHINDEWOLF, O.H., 1942: Zur Kenntnis der Polycoelien und Plerophyllen. Eine Studie über den Bau der „Tetrakorallen“ und ihre Beziehungen zu den Madreporarien. – Abh. Reichsamt Bodenforschung, N.F., 204: 1-324, 155 Abb., 36 Taf.; Berlin. – Zbl. Miner. Geol. Paläont. Teil IV, Paläontologie, 18 (1): 91-99; Berlin.
In eigener Sache. – Ber. Reichsamt Bodenforsch., 1943 (7): 110-112; Wien.

Geologische Spezialkarten 1-25 000 mit Erläuterungen

Blatt  Schnakenburg -- Lieferung der Geol. Spez. Karte von Preußen 105 (1901)
  "  Rambow -- Lieferung der Geol. Spez. Karte von Preußen 105 (1901)
  "  Balow-Grabow -- Lieferung 126 (1905)
  "  Korstädt -- Lieferung 126 (1905)
  "  Halle a.S. (mit L. SIEGERT) --Lieferung 52 (1909)
  "  Merseburg-West --Lieferung 52 (1909)
  "  Weißenfels -- Lieferung 146 (1908)
  "  Dieskau (mit L. SIEGERT) -- Lieferung 52 /1909)
  "  Landsberg b. Halle (mit E. PICARD, W. QUITZOW,  B. KÜHN u. BR. DAMMER) -Lieferung 52 (1909)
  "  Aschersleben (mit O.H.ERDMANNSDÖRFER u. E. FULDA) -- Lieferung 217 (1926)
  "  Ballenstedt (mit FR. DAHLGRÜN)  -- Lieferung 52 (1909)
  "  Wegeleben (mit E. FULDA) -- Lieferung 52 (1909)
  "  Cochstedt (mit E. FULDA) -- Lieferung 52 (1909)
  "  Quedlinburg (mit H.SCHROEDER, O.H. ERDMANNSDÖRFER, L. SIEGERT, G. FLIEGEL u. F. DAHLGRÜN) -- Lieferung 240 (1927)
  "  Brakel (Kreis  Höxter) -- Lieferung 289 (1929)

  Geologisch agronomische Karte der Umgebung von Quedlinburg mit Erläuterungen     (mit H. SCHROEDER) 1914.
 

Sekundärzitate

OEKENTORP, Kl., 1980. Aragonit und Diagenese bei jungpaläozoischen Korallen. – In: Oekentorp, Kl. (Ed.): Festschrift Prof. Dr. Alexander von Schouppé. – Münster. Forsch. Gerol. Paläont., 52: 119-239, 25 Abb., 15 Taf.; Münster.
SCHINDEWOLF, O.H. , 1940. Zur Kenntnis der Polycoelien und Plerophyllen. Eine Studie über den Bau der „Tetrakorallen“ und ihre Beziehungen zu den madreporarien. – Abh. Reichasamt Bodenforsch., n.f., 204: 1-324, 155 Abb., 36 Taf.; Berlin.
SCHINDEWOLF, O.H. , 1943. Spekulation oder Tatsachenforschung? Bemerkungen zur Beurteilung meiner Abhandlung über die Polycoelien und Plerophyllen. – Berichte Reichsamt Bodenforsch, 1943 (7):101-110, Wien.
[Dieser Aufsatz sei hier zitiert, da sich darin SCHINDEWOLF mit Ansichten WEISSERMEL´s auseinander setzt. Sie bringt Licht in die Vorstellungen der damaligen Zeit beispielsweise zur Frage der Beurteilung der morphologischen Merkmale im Zusammenhang mit phylogenetischen Fragestellungen].
SEITZ, O.,  1953. WALDEMAR WEISSERMEL † -- Geol. Jb. Hannover, 67: XXXVII - XLIV, 1 Abb.; Berlin.
 
 

Zu Ehren von W. WEISSERMEL benannte Fossilien

Weissermelia LANG, SMITH & THOMAS, 1940 [Ptenophyllina - Ptenophyllidae]
 pro Ptilophyllum SMITH & TREMBERTH, 1927
 Silurium, Hemse Gruppe
 Östergarn, Gotland/Schweden

LANG, W.D., SMITH, St. & THOMAS, H.D. 1940. Index of Palaeozoic Coral Genera. – vii + 1-231; London (Jarrold and sons).

[Polycoelia (Weissermelia) SCHINDEWOLF, 1942]
 [SCHINDEWOLF, 1942:  93-94, Abb. 35a-b, Taf. 22, Fig. 1a-b]

[=Polycoelia (Pycnocoelia) SCHINDEWOLF, 1952]
= Pleophyllum LECOMPTE, 1952

Unterkarbon, Visé-Stufe (konglomeratische Brekzie)
 Überkehr, Frankenwald, S-Deutschland

 SCHINDEWOLF, O.H., 1942. Zur Kenntnis der Polycoelien und Plerophyllen. Eine Studie über den bau der „Tetrakorallen“ und ihre Beziehungen zu den Madreporarien. – Abh. Reichsamt Bodenforschung, N.F., 204: 1-324, 155 Abb., 36 Taf.; Berlin.

 Abb. 35a-b: Zwei Querschliffe von Polycoelia (Weissermelia) compacta SCHINDEWOLF, 1942 aus dem Unterkarbon (Visé) von Überkehr im Frankenwald.
 


Abb.: „Polycoelia (Weissermelia)“ compactum SCHINDEWOLF, 1942
 Zwei Querschliffe des Holotypus (aus SCHINDWOLF, 1942: 93, Abb. 35a-b)
 Unterkarbon, Visé von Überkehr im Frankenwald.
 

Weissermeliceras BUCKMANN, 1920
Callovium
BUCKMANN, 1920. Type Ammonites, 3: p. 20, pl. 183; London (Wheldon & Wesley)
Pro Quenstedticeras sutherlandiae WEISSERMEL, non MURCHISON:
WEISSERMEL, W., 1895. Beitrag zur Kenntnis der Gattung Quenstedticeras. -- Z. deutsch. geol. Ges., 47: 307-330, 3 Taf.; Berlin.
 


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